Dienstag, 16. August 2016

Erste Klasse - Tag 2

Namen schreiben lernen stand heute auf dem Programm. Dafür hatte ich Blätter vorbereitet, auf denen ich die Namen der Kinder zwei Mal aufgedruckt hatte:

einmal als schwarze Linie, einmal hohl zum Nachspuren.

Auf der schwarzen Linie haben wir mit bunten Klebepunkten die Buchstaben des Namens nachgeklebt, es war sehr interessant, zu beobachten, wie unterschiedlich die Farben verteilt wurden. Manche Schüler klebten in Regenbogenfarben, andere gaben jedem Buchstaben eine eigene Farbe, einige verbrauchten Farbe für Farbe. Sehr hübsche Blätter sind dabei entstanden.

Anschließend wurde in den hohlen Buchstaben nachgespurt, bevor wir uns daran gemacht haben, die Namen abzuschreiben abzumalen. Einige Kinder konnten schon vor der Einschulung ihren Namen schreiben. Das passiert dann aber oft in Blockbuchstaben. Einige blieben dabei, andere gaben sich aber sichtlich große Mühe, ihren Namen mit Groß- und Kleinbuchstaben zu schreiben. Mit zunehmender Übung (wir schreiben den Namen auf die Rückseite jedes Arbeitsblattes) klappt es immer besser.

Dann haben wir gezählt, bis 68, versteckte Zahlen gesucht und Abzählreime gelernt. Heute hat keiner mehr gefragt, wann denn das richtige Lernen los geht. Prima. Dann bin ich zufrieden.

Der erste Schultag

Ich wollte schon gestern vom ersten Schultag berichten, aber dann überschlugen sich die Ereignisse...

Dass ausgerechnet am ersten Schultag nicht nur mein Mann auf Arbeit sein würde, sondern der Kurze auch noch morgens die antibiotischen Ohrentropfen gegen die Mittelohrentzündung brauchen würde, entspannte den Ablauf nicht unbedingt, aber wir durch Zauberhand waren halb 7 (was für eine grauenvolle Uhrzeit!) alle Kinder in Hort und Kindergarten verstaut und ich auf dem Weg zur Schule.

Immerhin war ich nicht mehr so aufgeregt wir am Sonnabend, trotzdem haben wir uns vor dem Unterricht gestern keine Zeit mehr genommen, um noch einen Tee unter Kolleginnen zu trinken. Halb acht enterte ich mit 19 neugierigen und mehr oder weniger ängstlichen Erstklässlern den Klassenraum. Dort verbrachten wir gemeinsam 4 Unterrichtsstunden, in denen ich ihnen immer wieder erklärte, warum man die Antwort nicht einfach in den Raum rufen soll, sie ihre Namen schreiben übten, wir das Schulhaus kennen lernten und sie mich abwechselnd fragten, wann denn endlich Pause sei bzw. wann wir endlich mit dem richtigen Lernen anfangen.

Anschließend waren wir alle ziemlich erschossen, die Kinder gingen in den Hort und ich war noch ein paar Stunden mit Papierkram beschäftigt.

Am Nachmittag gemütliches Beisammensein mit Kindern, Mann und Freundinnen, da aus dem Mutter-Tochter-Gitarrenkurs mangels teilnehmender Mütter (und Väter und Onkels und so) ein Kinderkurs wurde. Ein Tatsache, die ich gestern erst einmal sehr genossen habe.

Beim abendlichen Ins-Bett-Bringen fiel mir die Nachricht aus der Schule der großen Tochter ein: bitte Läusekontrolle durchführen! Das kommt immer mal wieder vor, aber wir sind seit fast 8 Jahren verschont geblieben, und so kämmte ich mal flugs durch und fand tatsächlich eine Laus.

Als versierte Elternforen und -blogleserin schickte ich den Schwiegervater in die Apotheke und seifte das Haar der Tochter mit Haarspülung ein. Nachdem wir Strähne für Strähne gekämmt und keine weitere Laus gefunden hatten, traf auch das Läuseshampoo ein. Es war mittlerweile um 9 und wir beide schon ziemlich müde. Eine kurze Kontrolle der beiden kleineren Kindsköpfe ergab zum Glück, dass diese läusefrei waren, so dass nur die Große eingeseift wurde. Nach Ausspülen und nochmaligem Auskämmen war es um 10 und sie bettelte darum, endlich schlafen zu dürfen.

Und ich auch. Und deshalb gibt es erst heute den Bericht zum ersten Schultag.

Montag, 8. August 2016

Nachts im Schlafzimmer

Heute geht die neue Schule los. Ich bin ein bisschen nervös, was sich irgendwie auch auf die Kinder zu übertragen scheint:

4:23 Uhr: Maxi teilt schon die Decke mit meinem Mann, Mini kuschelt seit einer Weile mit mir, da schallt ein “Papa, Mama, Papa, Mama!“ durchs Haus. Midi ist aufgewacht.
Ich wanke ins Kinderzimmer, wo sie mir mitteilt, dass sie es viel zu dunkel zum Schlafen findet. Mein Humor ist in meinem Bett geblieben, er fand es dort kuscheliger, so dass ich ihr nur wortlos das Nachtlicht anmache, bevor ich wieder ins Bett wanke.
Dort muss der Humor kurz aufgewacht sein, um Mini eine Lageveränderung vorzuschlagen. Der liegt jetzt mit ausgebreiteten Armen quer über das Kopfkissen. Ich bin so müde, dass ich mich einfach noch ein bisschen kleiner mache, als ich ohnehin bin, und mich ans untere Ende des Bettes lege.
Es könnte so schön sein, jetzt einzuschlafen. Aber nein, das Gedankenkarussell ist angesprungen und nimmt Fahrt auf. Wie wird es wohl in der neuen Schule laufen? Melde ich mich zuerst bei der Schulleitung oder gehe ich gleich ins Lehrerzimmer? Dort wird vermutlich wie immer jemand sagen, dass es keine festen Plätze gibt, das aber hier Frau Sowieso und dort Frau X und daneben Frau Y sitzt. Schon immer. Und so fahren die Gedanken Karussell und jauchzen laut im Fahrtwind.
Midi kommt und fragt, ob sie mit zu uns ins Bett darf. Weise ihr seufzend einen Platz am Fußende zu. Schiebe auch den Mini wieder in Position, in der Hoffnung, dass sich nun der Schlaf wiederfindet. Aber jetzt beginnt erst einmal ein nächtliches Ballett, ohne Musik, vorgetragen von meinen Kindern.
Maxi beginnt. Was sie tut, ist für ihre Verhältnisse nicht ungewöhnlich, sie ist eine sehr mobile Schläferin*. Sie tritt aus. Ihre Geschwister machen gern mit. Zuerst Midi: Tritt. Dann wieder Maxi: Tritt, Tritt. Midi antwortet mit einem Trommelwirbel. Maxi: Tritt. Midi muss ihr Energieverbrauch ziemlich ermüdet haben, denn sie schläft auf einmal tief. Mini übernimmt ihren Part. Und so kabbeln die schlafenden Kinder noch eine Weile, während auch ich endlich wieder ins Traumland hinüber gleite...

* Das hat sie von mir. Ich habe es als Jugendliche einmal fertig gebracht, mich im Schlafsack zusammenzurollen und dann umzudrehen, so dass ich beim Aufwachen ein bisschen panisch wurde, weil ich den Ausgang nicht so schnell fand.

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