Samstag, 5. Dezember 2015

WmdedgT am 5. Dezember



6 Uhr. Der innere Wecker funktioniert wunderbar. Vielleicht war es auch der Jüngste, der vor 10 Minuten mit Eisfüßen unter meine Decke gekrabbelt ist und nun mit beiden Händen mein Ohr festhalten muss, damit er noch ein bisschen schlummern kann.

Ich gebe die Sache mit dem Ausschlafen auf und schaue auf dem Handy, welche Blogeinträge in der Nacht erschienen sind. Erstaunlich viele, darunter die Erinnerung an WmdedgT. Könnte ich ja mal mitmachen, wenn ich den 12. schon immer wieder vergesse.

Das Licht weckt den Jüngsten endgültig und ich darf Dornröschen singen und vom gestiefelten Kater erzählen. Das Mittelkind scheint nur darauf gewartet zu haben und kommt nun auch angeflitzt. Das übliche Wochenendmorgenprogramm der Kinder wird abgespult, um mich aus dem warmen Bett zu vertreiben. Wie immer gewinnen sie.

Die beiden Kleinen verbinden das Nützliche mit dem Angenehmen und spielen Verkleiden, wenigstens sind sie angezogen. Nun habe ich eine Königin und ihre Tochter, die „Prinzesserin“ im Haus. Und wo kommt denn auf einmal der Löwe her? Ah, die Große ist direkt aus dem Bett in die Verkleidekiste gefallen. ich wasche schnell noch mein Lieblingsshirt.



Lasse die Königsfamilie spielen und decke den Frühstückstisch. Die Küche ist noch genauso unaufgeräumt wie gestern Abend, wieso haben die Wichtel ihre Arbeit eigentlich nicht gemacht? Muss ich das eben übernehmen: Geschirrspüler ausräumen, einräumen, Tisch abwischen, kehren die Erste. 

Die Kinder kommen zum Frühstück mit einem Bärenhunger, der nach 2 Löffeln Cornflakes schon total gesättigt ist, mehr passt beim besten Willen nicht in den Bauch. Die Adventskalender sind jetzt auch wirklich viel spannender.

Darf für das mittlere Kind einen Schneemann mit weißer Wolle umwickeln. Sie war nach 2 Runden mit ihren Kräften am Ende. Ungefähr 1000 Meter Wolle später hat der Schneemann eine weiße Bommel im Bauch, die Kinder spielen schon längst wieder im oberen Stockwerk und auf dem Tisch steht mein kalt gewordener Haferbrei. Prioritäten nicht ganz richtig gesetzt…



Treibe die Kinder an, weil der Fleischer 10 Uhr schließt. Die Entscheidung, ob man mit Roller oder Laufrad fährt und wie man welche Puppe transportiert, fällt nicht leicht, ist aber wichtig und muss dringend ausdiskutiert werden. Schließlich sind alle bereit und wir schaffen es tatsächlich zum Fleischer, bevor die Verkäuferin die Tür abschließt.




Etliche Würstchen und Stürze später müssen die frierenden Kinder sofort ins Haus, während ich noch schnell den Müll rausbringe und die Vögel füttere. Als ich in den Flur komme, befürchte ich kurz, dass hier eine Bombe explodiert ist, aber es sind nur alle Kinder bereits ausgezogen. Sie räumen nach mehrmaliger Aufforderung die Sachen sogar an ihren Platz, bevor sie weiter spielen. Zwischendurch erledigt die Große die Aufgaben des Känguru-Kalenders quasi "Im Vorbeigehen". Bin stolz.

Ich kümmere mich in der Zeit ums Mittagessen und koche Nudeln mit Bolognesesoße. Wenigstens der Sohn lässt sich dazu herab, sie zu kosten, die anderen beiden essen keine Tomaten, zumindest nicht in von mir gekochten Nudelsoßen. Sie streuen großflächig Käse über Nudeln, Tisch und Küchenfußboden.

Platze ganz nach Juul sehr authentisch und meckere die Kinder an. Die große Tochter murmelt ein geknicktes „Entschuldigung“ und streut sich eine weitere Handvoll Käsekrümel in den Mund, von der etwa 30 Prozent ihr Ziel auch erreichen. Die vier Jahre Pädagogikstudium haben sich echt gelohnt!

Verdonnere alle zur Mittagsruhe. Der Kleinste – mittlerweile im zweiten Kleid – schläft innerhalb von 10 Minuten, die anderen beiden sind zumindest leise in ihrem Zimmer, sieht man von gelegentlichem Rumpeln und Krachen einmal ab. Für mich startet mein beliebtes Küchenspiel: Geschirrspüler ausräumen, einräumen, Tisch abwischen, fegen die Zweite.

Wenn ich in ein paar Minuten die Mittagspause beende, werden wir noch das Chaos beseitigen müssen, das das leise Spiel der Kinder oben verursacht hat, dann geht es zum alljährlichen Adventsmarkt, der hier im Dorf nur an einem Nachmittag im Jahr stattfindet. Nach Zuckerwatte, Stockbrot, Crepes, Schokolade und Würstchen werden wir noch einen Spaziergang durchs dunkle Dorf machen, bevor zuhause alle in die Betten fallen.
Und was macht ihr so den ganzen Tag?

1 Kommentar:

  1. Deine NmnnBf hat´s begeistert gelesen:-* Den Bommelschneemann guck ich mir in einer Woche mal näher an!

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