Montag, 23. März 2015

Schreibzeit: Privates Bloggen


Bine denkt in ihrem dritten Teil der Schreibzeit dieses Mal darüber nach, wie privat ein Blog sein kann. Wie privat kann etwas sein, das öffentlich gemacht wird?

Was das Thema angeht, bin ich immer noch mehr auf der Suche nach meiner Wahrheit. Wie viele Details unseres Alltags will ich erzählen, wie weit lasse ich euch hinter unsere Fenster schauen? Geheimnisse gibt es hier nicht zu sehen, aber zum Beispiel viel mehr, als ich bei facebook veröffentlichen würde. Nicht wundern, das folgt keiner objektiven Logik. Außer vielleicht der, dass ich dort mit meinem Klarnamen auftauche, den Kollegen und Freunde zwangsläufig kennen, während ich mich hier hinter der Frau Pappelheim verstecken kann.

Wie viel ich hier von uns zeige? Irgendwo habe ich einen Vergleich mit der Bushaltestelle gelesen. Der hat mir gut gefallen. Auf meinem Blog zeige ich  von unserem Leben ungefähr so viel, wie der sonntägliche Spaziergänger beim Blick über den Zaun sehen kann. Das ist mal etwas aufgehübscht, mal der alltägliche Wahnsinn, je nachdem, wie es sich besser verpacken lässt. Denn schießlich will auch ich euch Leser zu einer Reaktion bewegen. Sonst könnte ich ja auch einfach in ein hübsches Buch schreiben.


Was bedeutet für Euch Euer Blog? Ist er tatsächlich ein privates Tagebuch? Schreibt Ihr wirklich nur für Euch? Ganz ehrlich? Oder möchtet Ihr vielleicht doch, dass Eure Stimme da draussen gehört und wahrgenommen wird? Ist da vielleicht diese kleine Stimme im Ohr, die einem sagt: Mal sehen, wieviele meinen Post lesen werden und wieviele ihren Senf dazugeben? Und seid Ihr dann eventuell enttäuscht, wenn es weniger als erhofft sind?

fragt Bine und bringt mich ins Grübeln. Angefangen habe ich das Bloggen eigentlich nur, weil ich für eine Freundin die Technik ausprobieren wollte. Aber dann kam das Dazugehören-Wollen und die Freude, wenn man eine Reaktion auf das Geschreibsel bekommt. Und schließlich irgendwo im Hinterkopf der Gedanke: Du hast lange nichts mehr geschrieben. Du müsstest mal wieder ein Lebenszeichen von dir geben... 

In bestimmten Rubriken, den Rückblicken, ist mein Blog tatsächlich mehr ein Tagebuch, da will ich nichts komponieren, nichts verschönern. Das mache ich hauptsächlich für mich und um mich zu erinnern. Andere Rubriken, vor allem meine Nähwerke, versuche ich schon so zu gestalten, dass sie euch ansprechen und bestenfalls inspirieren. Das ist auch der Grund, warum hier so viele Sachen noch nicht gezeigt wurden - sie wurden immer noch nicht ins richtige Licht gerückt.

Was der Spaziergänger und ihr übrigens nicht sehen könnt, weil sie unfertig in der Küche liegt, ist die angefangene Schnabelinose für Maxi. Leider muss ich sie in vielen kleinen Etappen fertig stellen, aber sie gefällt mir jetzt schon ausgesprochen gut. Und wenn sie so sitzt, wie gehofft, bleibt sie sicher nicht die letzte. Und dann hoffe ich, dass ich alles so arrangieren kann, dass sie nicht ungebloggt bleibt. Das wäre nämlich wirklich sehr schade...

1 Kommentar:

  1. Die Freude darüber, wenn man einen Reaktion auf einen Beitrag bekommt, ist
    für mich auch das Schönste am Bloggen! ;-)
    Danke, dass Du bei #Schreibzeit mitgemacht hast!
    Liebe Grüße, Bine

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