Mittwoch, 31. Dezember 2014

Blogg Dein Buch: Die Muskeltiere

Auch in der Weihnachtszeit reißen die Nachrichten über Pegida nicht ab. Da finden sich tatsächlich, trotz aller Mahnungen, immer wieder ausreichend Menschen, die sich zusammenfinden um gegen Fremde in Deutschland zu demonstrieren. Sie wollen die deutsche Kultur vor den Einflüssen der Einwanderer schützen und deutsche Steuergelder.


Und genau in dieser Zeit schickten BloggDeinBuch und der cbj uns ein Buch ins Haus, in dessen Mittelpunkt es darum geht, Hilfsbedürftigen zu helfen, Fremden, die wir nicht kennen, die aber viel ärmer sind als wir, ein Zuhause und Essen zu geben. Das zeigt, was uns diese Fremden zurück geben können und wie aus sich völlig Fremden Freunde fürs Leben werden.

"Die Muskeltiere" handelt vom Mäuserich Picandou Camenbert Saint-Albray, der im Keller eines Hamburger Delikatessenladens lebt. Leider ist der Besitzer des Ladens verstorben und hat seiner Frau hauptsächlich einen großen Schuldenberg hinterlassen, so dass der Laden wohl bald geschlossen werden muss und Picandou sein Zuhause verlieren wird.


In dieser Situation, seine eigene baldige Heimatlosigkeit vor Augen, trifft er Gruyère. Gruyère ist eine Ratte, die ihr Gedächtnis verloren hat und sich für eine Maus hält. Sie kennt weder ihren richtigen Namen noch ihr Zuhause. Und da es regnet, Gruyère ausgehungert und schwach und in seiner Schwäche den Hafenratten hilflos ausgeliefert ist, nimmt Picandou ihn mit nach Hause. Nur für eine Nacht! Zufällig hat in dieser Nacht auch Mäuserich Ernie den Weg in Picandous Laden gefunden und auch er darf bleiben.


Am nächsten Morgen beschließt Ernie, der sich von nun an Pomme De Terre nennen lässt, Gruyère bei der Suche nach seinem Zuhause zu helfen. Picandou hat eigentlich eigene Sorgen und will sich den beiden gar nicht anschließen, kann sich aber nicht entziehen. Bei ihren Abenteuern im Hamburger Hafenviertel kämpfen sie mit den Hafenratten, befreien den gelangweilten Hamster Bertram von Backenbart aus seinem Käfig (er ist es dann auch, der ihnen von den Muskeltieren erzählt und sie mit Schwertern ausstattet) und treten großen Gefahren entgegen. Am Ende haben sich nicht nur vier Freunde fürs Leben gefunden, sie haben sich auch mit ihren Feinden verbündet und zusammen ein Verbrechen bekämpft und den Laden gerettet.


Ach, wie gern hätte ich dieses Buch meinen Kindern vorgelesen! Von Pegida ahnen sie zum Glück noch nichts, aber das Thema Freundschaft und einander helfen ist ja auch im Kinderalltag ein Dauerbrenner. Leider haben meine drei noch nicht das nötige Sitzfleisch, um die zwanzig etwa 10 Seiten langen Kapitel durchzuhalten. Das muss also noch warten. Da die Aufmachung aber sehr, sehr ansprechend ist, habe ich keine Zweifel, dass dieses Buch noch mehrfach aus dem Regal geräumt werden wird, bis meine drei das nötige Durchhaltevermögen für 200 Seiten Lesevergnügen haben.

Ich selbst habe mich beim Lesen sehr amüsiert. Das Buch ist kurzweilig, streckenweise sehr, sehr spannend, aber auch immer wieder witzig. Probleme der aktuellen Lebenswelt werden angestoßen, aber schnell und unkompliziert mit Witz, Freundlichkeit und Freunden gelöst.Besondere Erwähnung verdienen die wundervollen Illustrationen der Autorin, die das Buch noch lebendiger machen. 

Von mir eine absolute Kauf- und Leseempfehlung für alle, die sich der Länge des Buches gewachsen fühlen.

Noch mehr Meinungen zum Buch könnt ihr hier und hier lesen.

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